Cinémaginaire IV

Cinémaginaire IVIch richte mich auf und gehe zur Tür. Aber es kommt niemand, und ich fühle mich wie auf einem verlorenen Posten. Plötzlich ist das Surren einer Münze in der Luft zu hören, die direkt vor mir auf dem Boden landet und, sobald sie zur Ruhe kommt, ein Auge zeigt, das sich zeitlupenhaft öffnet. In der Spiegelung der Pupille erkenne ich einen rotierenden Quader, der sich rasch nähert und dann in explodierende Lichter übergeht, so hell, dass ich geblendet werde. Ich drehe mich um, aber die Wohnung ist zu einem Raum geworden, dessen Wände sich in einen Pulk von Figuren verwandeln, die mich umkreisen. Die Blendung lässt nach und ich erkenne, dass sie aus weichem Gallert bestehen, welches mehr und mehr flüssig wird und sich um meine Füße zu sammeln beginnt. Bald bin ich vollständig umschlossen, und der Pegel steigt so hoch, dass nurmehr mein Kopf frei bleibt, der von einer unbekannten Kraft langsam um die eigene Achse gedreht wird, bis er sich löst und wie ein Ballon abhebt, um auf und davon zu fliegen, wer weiß wohin. Das war’s.

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