Archiv der Kategorie: Texte

Wie die Fotos verdanken sich auch die Texte einem Zusammenspiel von Spazieren, Sehen und Festhalten. Im Medium der Sprache versuchen sie Augen-Blicke und Szenen zu konservieren, die mir beim Gehen zu- und auffielen und die meine Einbildungskraft nachhaltig beschäftigten.

Cinémaginaire V

Manchmal wird mir das Leben so schwer, dass ich mich setzen und meinen Körper ohne Bedenken durch ein Schlupfloch verlassen muss. Dann beginnt ein großes Zurückziehen, so weit, bis kein Blick mehr Aussichten erlaubt und die Gewissheit herrscht: Ich bin … Weiterlesen

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Mood de jour X

Gestern Morgen grinste mich das nackte Elend aus dem Spiegel an, zum Verzweifeln nah die trüben Augen, die fahle Haut, die faltige Stirn, und keine Lachfalten in Sicht, nur Krähenfüße und ein stumpfer Schädel. Ich spürte die trägen Knochen, die … Weiterlesen

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Mood de jour IX

Wir hatten gerade miteinander geschlafen, im hohen Gras, wo wir alles machten, was uns die Liebe eingab. Dann fiel uns nichts mehr ein, und wir schlugen die Augen auf, sahen den Himmel, wie er groß und blau über uns stand, … Weiterlesen

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Tranches de vie XVIII

In der Frühe stehe ich auf der Loggia und betrachte einen trüben Himmel. Nichts lässt sich erschließen, kein Lichtstrahl erhellt Details. Stattdessen überzieht ein grauer Schleier die Dinge, wodurch sie ihre Konturen verlieren und zusammenrücken. Windböen fegen durch die Straßen, … Weiterlesen

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Cinémaginaire IV

Ich richte mich auf und gehe zur Tür. Aber es kommt niemand, und ich fühle mich wie auf einem verlorenen Posten. Plötzlich ist das Surren einer Münze in der Luft zu hören, die direkt vor mir auf dem Boden landet … Weiterlesen

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Cinémaginaire III

Am frühen Morgen ist mir sofort klar, dass ich zur Wirklichkeit nur einen Wackelkontakt unterhalte. Zu stark waren die erotischen Erregungen der Nacht, so dass alles, was nächstens passiert, nur weitere Episoden des geträumten Bilderfilms sein können, und so bleibe … Weiterlesen

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Mood de jour VIII

Der Schlüssel, den DU mir überlassen hast, will nicht passen, und selbst der Dietrich nicht, den ich heute auf der Zugtoilette fand und den ich an mich nahm. Man kann ja nie wissen wofür und zu welchem Ende man Dinge … Weiterlesen

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Fade away

Ich lernte sie doppelt kennen: Erst als eine, die wuchs, expandierte, Räume füllte, dann als jene, die fehlte, abwesend blieb und unersetzlich war. Am Ende hatte sie solange gefehlt – selbst in der Anwesenheit gefehlt -, dass ich sie nicht … Weiterlesen

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Tranches de vie XVII oder: Die Idioten des Trottoirs

DADA zum Hundertsten In einem Buch wäre er als kuriose Randfigur eine Bereicherung des Personals, aber jenseits der Illusion ist er eine Zumutung, dieser schwankende Bulle hier, dessen Alkoholfahne meine Nase kitzelt. Die Jacke starrt vor Schweiß und Schmutz, die … Weiterlesen

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Schönheitspflaster

Die schlichte Güte eines Augenblicks: In einer Regenpause ging ich spazieren und sah einen in sich changierenden Farbteppich im Stadtpark, gebildet aus Blättern unter einem entlaubten Baum. Aus der Ferne wirkte er wie eine ruhig daliegende, irreale Lichtinsel im feuchten … Weiterlesen

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