Short cuts XLIV

Das Hoch Odilo mit seinem markant schönen und trockenen Wetter macht alles leichter, selbst wenn der HAMMER auf mich niederfährt und mich zwingt, vornehmlich in meinen vier Wänden zu hocken. Doch die wenigen erlaubten Gänge ins Freie gewähren mir an der Hand meiner Liebsten wohlige Frischluftkuren im Grünen und den Blick in ein gleichmütig heiteres Himmelsblau. Allein, der nun begonnene TANZ will mir nicht recht behagen. Warum gleich wieder aufs Ganze gehen und die Kontakthöfe füllen? Ich lass es sein, halte weiter Abstand, bleibe den Konsummeilen fern und genieße froh, was ich nicht haben kann. Ich trauere schon jetzt diesem DisTänzeln nach, mit dem wir unsere Artgenossen hakenschlagend umgehen sollen. Es ist die Unterbrechung, die das Bild schafft, es ist die Störung, die den Kontakt bewusst macht, wenn auch als Verlust. Was anfangen mit einem Verlust? Ihn rückgängig machen, ihn verarbeiten, ihn aufklären, ihn betrauern, ihn teilen, ihn ‚runterschlucken’, ihn kompensieren, einen Schuldigen finden, ihn vergessen, über ihn lachen, nach vorne schauen, seine Umwelt durch ‚Untröstlichkeit’ belasten, oder um Trost bitten, vom Glauben abfallen oder ihn erst finden, sich ‚das Hirn zermartern’. Verlust ist vieles, nicht zuletzt auch Motor einer Erzählmaschine.(Georg Seeßlen) Also: Was uns jetzt abgeht, muss ja nicht verloren sein, womöglich befindet es sich nur in einem Entwicklerbad. Bei der ReUnion nehmen wir es wieder auf, nur eben anders. Und dann fangen wir zu erzählen an.

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