Archiv der Kategorie: Texte

Wie die Fotos verdanken sich auch die Texte einem Zusammenspiel von Spazieren, Sehen und Festhalten. Im Medium der Sprache versuchen sie Augen-Blicke und Szenen zu konservieren, die mir beim Gehen zu- und auffielen und die meine Einbildungskraft nachhaltig beschäftigten.

Mood de jour XIII

Langsam werde ich wach, neben mir ruht die Schläferin wohlig in ihren warmen Laken. Ich stehe auf und schaue durchs Fenster in den anbrechenden Tag. Geduckt, aber voller Elan, schreiten auf der Straße einige Kirchgänger im Takt des Glockengeläuts zur … Weiterlesen

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Beschissen wär‘ geprahlt

H musste einen langen Schnitt über seinen Bauch erleiden, eine OP auf des Messers Schneide, sozusagen auf Leben und Tod, die ihn zwischenzeitlich derart betäubte, dass er gar nicht mehr die Intensiv-Station verlassen wollte, so entrückt von allem wie er … Weiterlesen

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Monolog eines Straßenfotografen

Täglich gehe ich unter Menschen umher, ich weiß nichts von ihnen, ich kenne sie nicht, sie sind für mich anonym. Ich nehme ihre Bewegung auf, halte dabei Abstand, um den rechten Standpunkt zu finden, sie mit meiner Kamera abzulichten. Ich … Weiterlesen

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Faire son temps

An einer vielbefahrenen Straße steht ein altes Haus, dessen Zeit abgelaufen ist. Die Bewohner haben es verlassen, bei der Auflösung wurde Verwertbares entnommen, ein aufgegebener, nunmehr herrenloser Rest ist zurückgeblieben. Notdürftig verriegelt wurde es für den Abriss freigegeben, aber noch … Weiterlesen

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In den Pfützen liegt der Himmel

– ein Schritt nach vorn und ich stehe mittendrin, und die Wolken ziehen durch mich hindurch. Diese vergänglichen Überbleibsel des Regens öffnen den Boden, bilden vervielfältigende Flächen, die das Oben unten erscheinen lassen. Es ist eine blendende Verwirrung: Ich blicke … Weiterlesen

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Short cuts XLI

Sie sind angetreten, nicht nur mich zu malträtieren, aber meinesgleichen, so bilde ich es mir jedenfalls ein, haben sie besonders im Visier. Täglich mehr und unverschämter machen sie, was sie nicht lassen können oder dürfen. Mir rauben sie die Ruhe, … Weiterlesen

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Mood de jour XII

Wir schlagen die Augen auf, rundum ist es dunkel. Dein Lachen orgelt in der Stille. Was nun? DU berührst mich, mir ist die Luft ausgegangen. Ich ringe um Fassung, will etwas sagen, doch meine Worte sind nicht konkurrenzfähig. Im Schweigen … Weiterlesen

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Hain

Angeregt von einer Besprechung machte ich mich auf, um ein Buch zu besorgen. Da ich Lust auf Bewegung hatte, schlug ich einen Umweg ein, der mich erst nach einer Stunde zur Bücherstube führte. Dort ging ich sogleich zum Tisch mit … Weiterlesen

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Drahtloser Nahverkehr

Als du morgens die Augen zu öffnen versuchst, bleiben sie verschlossen. Sogleich trittst du in Räume, die mit gemusterten Tapeten ausgestattet sind, auf denen Topographien bekannter Städte sich zeigen. Du steigst in Prag ab und fotografierst, um zu vergessen. Schwätzer … Weiterlesen

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Tranches de vie XXII

In mir herrscht ein Spuk wechselnder Bilder, doch der alte Schwung ist hin. Das Wetter tut ein übriges, mich zu dämpfen. Noch dazu vögelt mein Nachbar fremd, mit spitzen Schreien, die den Lärm der Schlagbohrer kreuzen, welche den Bürgersteig malträtieren. … Weiterlesen

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