Experimente

im Lockdown IX (Ist da wer?)

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Tribute to Lee

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UWE rules

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Surreale Dinge III

Heute morgen fand ich mich in einem Aquarium wieder. Im trüben Dämmerlicht stiegen winzig-kleine Bläschen von einem Grund aus Muscheln und Kies in die Höhe auf. Ich trieb durch das Wasser, flüchtig huschten unbestimmte Formwesen an mir vorüber, die im gedämpften Licht verschwanden. Es herrschte eine ungeheure Stille, in der nur das leise Blubbern der Bläschen zu vernehmen war. Alle Worte, die aus Mündern vor den Glaswänden ausgesprochen wurden, blieben im Aquarium unerhört. Ich verstand nichts, sah nur lasziv sich öffnende und sich wieder schließende rote Lippen, zu denen kein Kopf, geschweige denn ein Körper sich einfand. Nur einmal tauchten urplötzlich grüne Augen auf, deren Blick ich aber nicht lange standhalten konnte. Es war, als würde ich in eine Schüssel mit funkelnden Kristallen schauen, die jede Fixierung ausschlossen und mich an eine unerreichbare Ferne denken ließ. Ohnehin waren sie schnell wieder den sich bewegenden Lippen gewichen und kehrten nicht zurück. Ich trieb ruhig umher und lernte, die mir aufgezwungene, lautlose Abgeschiedenheit zu genießen. Zuletzt ergab ich mich in mein Los.

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Surreale Dinge II

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Surreale Dinge I

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Einkehr

Manchmal wird mir alles so schwer, dass ich mich setzen muss. Ich schließe die Augen, und es beginnt ein großes Zurückziehen, so weit, bis die Gewissheit herrscht: Ich bin in meiner Stirnhöhle eingetroffen. Von aller Außenwelt abgeschottet befinde ich mich inmitten eines Stimmengewirrs. Ich genieße die Spielbeinfreiheit und die einfache Weise, in sich gekehrt zu sein und dem zu lauschen, was mir zugetragen wird. Bisweilen memoriere ich das eine oder andere Wort, und manchmal auch ganze Sätze, von denen ich glaube, dass sie mir einmal einen Dienst erweisen können. Aber die Enttäuschung war bisher immer groß: Sobald ich sie geäußert hatte, veränderte sich ihr Sinn, die Luft ging ihnen aus und sie sackten in sich zusammen. Es ist, als ob sie nur im dunklen Resonanzraum meiner Stirn einen flüchtigen Trost spendieren. So nehme ich die Worte wahr, wie sie in zufälliger Folge in mir vorüber ziehen, freue mich an ihnen – und vergesse sie. Mein Atem wird ruhiger, die Stimmen verstummen, und nach und nach breitet sich wohlige Stille aus. So geht die Zeit dahin -, und ich erinnere mich schon gar nicht mehr daran, weshalb ich in mein Dachstübchen emigriert bin. Ein Effekt, der belebend wirkt: die Schwere verfliegt, das Dröhnen vergeht, die Mutlosigkeit fällt von mir ab, die Gelenke werden wieder beweglich, die Lunge mag wieder pumpen, das Herz wieder schlagen, und so richte ich mich auf und öffne die Augen. Es klingt unwahrscheinlich, aber plötzlich erscheint mir mein Leben klar und leicht, wild und fremd zugleich. Dieses Mal habe ich noch nicht den Kürzeren gezogen, doch ich warte ein wenig, bevor ich mich aufrichte und in Bewegung setze. Man kann ja nie wissen.

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Pro Lidschlag ein Bild

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Mood de jour XVIII

Der Tag trübte sich schon am Morgen ein und roch nach angebrannter Milch. Ich grub mich in die Kissen und Decken ein, genoss die Wärme des Bettes, schloss die Augen und glitt unmerklich aus dieser Welt. Alles passierte wie immer, nur ohne mich. Weder wusch ich mich noch nahm ich ein Frühstück zu mir. Überhaupt fiel jede Mahlzeit aus. Alle Worte blieben ungesagt. Weder Freunde noch Fremde wurden getroffen. Das Spazieren fand nicht statt. Keine Zeile gab es zu lesen. Selbst das Denken setzte aus, und kein Gefühl drängte zu seinem Ausdruck. Ich kam gar nicht richtig zu mir, blieb einfach liegen, träumte …, und prompt nahmst DU lässig wie eine Odaliske neben mir Platz. Ab und zu zog ein Zittern über deine Haut, während DU in die Lektüre von Kontaktanzeigen vertieft warst. Dann versetzte mich eine scharfe Linkskurve dahin, wo deine Brüste brüteten, mit denen zu spaßen ich mich nicht erdreistete. Ich schaute nur und genoss den geschenkten Augenblick, in dem irgendwer nicht umhin kam, unserem Beieinander seinen Segen zu erteilen. Als ich aufwachte, war mein Alter vorgerückt. Ich folgte ihm nicht nach, blieb einfach zurück. Es ging mir gut ohne Alter. Ich fühlte mich wie von einer Last befreit und sogar zu Arbeiten aufgelegt, die ich sonst eher scheue. Aber davor bewahrst DU mich, meine Liebste, DU weißt, dass ich dieser Sorte Mensch nie angehören, sondern immer nur spielen wollte. Diese Einfühlung kann mich mitunter zu Tränen rühren. Es bleibt unfassbar für mich: Der Wortfilm reißt immer an dieser Stelle, genau da, wo es mir nicht gelingen will, ins bergende Helle deines liebenden Verständnisses vorzudringen. Es ist s o z u s a g e n der grüne Zweig, auf dem ich sitzen kann, um solche Petitessen zu schreiben. Oder sind es Petitionen?

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Auf die Folter spannen verboten!

Es war einmal ein Gedicht. Eines Tages wurde es von Deutebolden nackt ausgezogen, auf eine Pritsche gelegt und an Händen und Füßen gefesselt. Sein Gesicht bedeckte man mit einem nassen Tuch, holte eine Gießkanne und begoß den Mund mit Wasser, bis es würgen musste. Dann nahm man ihm das Tuch ab und wartete darauf, dass es eine Botschaft preisgab. Doch nichts außer einem Röcheln war zu hören. So wurde das Procedere wiederholt, immer wieder und heftiger, aber das Gedicht blieb stumm. Es ließ sich nichts abpressen, ertrug die Tortur und gab seine Konfessionen nicht preis. Zuletzt versuchte man, es mit den gröbsten Drohungen aus der Reserve zu locken, doch ohne Erfolg. Das Gedicht hielt allen peinlichen Anfechtungen stand, und so löste man die Fesseln und entließ es in die Freiheit. Dort geriet es in die Gesellschaft von Kindern, bei deren Spielen es nicht weiter auffiel. Niemand klebte ihm an den Versen und so entblößte es unaufgefordert seine tiefsten Gedanken.

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