Olymp

Hier scheißt ein Gott.
Hervorragend.
Herausragend, herabfallend, zum Himmel stinkend!
Der Olymp!
Von hier also werden gar fürchterliche Bierfürze fahren gelassen und braune Brocken mit gelben Soßen hinabgeschleudert in den Orkus, dass es eine Art hat.
Ahh, diese Miasmen!
Wie das dampft und gärt, göttliche Scheiße!

Zwar sollte der Olymp ein Berg sein, hieß es, und diese Schrumpfbedürfnisanstalt ist ein Uterus, aber da steht es doch: der Ort, DER ORT!

Das Haus Usher im Hintergrund, wie es anglotzt. (H)

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Pixelism

 

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Tempus

fugit

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Das kann nicht warten.

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Extemporalien in Dosen oder: Schreiben aufs Geratewohl

Ich saß coronahalber auf meinen vier Buchstaben und ging in meinem Kopf fremd. Dort erschienen mir Sätze, die sich unaufgefordert vermehrten. Ich gab ihnen Nummern und doste sie ein

Dosis XI

101 Der Hader ist nicht am Platz. Dafür schlägt die Wut über die Stränge. Doch die lässt mit der Zeit nach. An ihrer Stelle macht sich die Sorge breit. Dann greift die Furcht um sich. Zuletzt stirbt die Hoffnung. All das hat dazu geführt, dass nun eine zarte Melancholie leise zu singen anhebt

102 Es war einmal ein Mund, der sagte zur Hand: Rühr mich an. Das Ohr hörte die Stimme nicht und so ruhte die Hand im Schoß. Dort wuchs ein Wunsch heran, wurde riesengroß und übermannte Hand und Stimme. Die Lippen spitzten sich und ein Kuss flog davon, märchenhaft weit und weiter

103 Heute ist mein Alter vorgerückt. Ich folgte ihm nicht nach, blieb einfach zurück. Es ging mir gut ohne Alter. Den ganzen Tag fühlte ich mich wie von einer Last befreit und sogar zu Taten aufgelegt. Aber davor bewahrte mich meine Liebste, sie weiß, dass ich zu dieser Sorte Mensch nie gehören wollte

104 Ich gehe raus, doch niemand nimmt von mir Notiz. Kein Lächeln trifft mich, kein Wort wird an mich gerichtet, keine Geste meint mich. Auch ich kann mich nicht verständlich machen. Es ist als ob ich unsichtbar wäre, ein Lebendtoter, den die anderen weder wahrnehmen noch verstehen können. Einsamer denn je drehe ich die vertraute Runde. In meiner Wohnung sehe ich später im Standspiegel die Lösung des Rätsels: Ich hatte in der Eile vergessen, meine Untertitel anzulegen

105 Gestern morgen habe ich mein Herz ausgeschüttet. Es blitzte und donnerte, die Büsche raunten, der Wind pfiff, und dann stürzte ein Regen nieder, der alles überflutete. Was für ein Tumult. Als er endete, war mir inmitten der Wassermassen klargeworden, dass ich nun nichts mehr zu fürchten hätte

106 Auf mein Gedächtnis ist kein Verlass. Wie in einem chaotischen Traum irre ich umher, weil ich mich nicht mehr an die Ziele erinnern kann, die zu erreichen ich mir vorgenommen habe. Ich stolpere wie durch ein terrain vague, das mir nichts sagt. Wenn ich aber stürze und meine Nase den Boden berührt, fällt mir ein Stein vom Herzen und kullert vor mir her, bis er in einem dunklen Loch verschwindet. Dann presse ich die Lippen aufeinander und warte, ohne zu wissen, worauf

107 Bei einer Impfstelle lese ich „Geldfieber“ und beschließe, einen Spottverein zu gründen. Eine eigene, selbstgeschaffene Verrücktheit wie diese, erlaubt mir, den Tag völlig unabhängig zu vergehen und mich haltlos und dabei zunehmend glückhafter zu verblicken. Mir ist dann zumute, als ob ich ein Doppeleben führe, in dem es Miezen zum Spaßtarif gibt, heiße Brauteinfahrten auf mich warten, der Laberverkauf kein Ende findet, eine Gedenkchirurgie praktiziert wird und Dünkelkissen eine wohlige Wärme verströmen, bis ich als Gayler Ficker zuletzt mein Dormizil erreiche, das Schreckbuch schließe und völlig erschöpft von diesem mal groß-, mal kleinlauten Als-ob in den Seilen hänge

108 Am frühen Morgen habe ich mich im Bett tot aufgefunden. Ich war unbekleidet, Arme und Beine wiesen Fesselspuren auf. Um den Hals lag noch das Seidentuch, mit dem ich erwürgt worden war. All das machte mich nicht stutzig. Denn gestern hatte ich auf meinen Runden einen Mann getroffen, der laut fluchend auf mich zuraste, kurz vor mir stoppte und schrie: Ich bringe Dich um! In der letzten Nacht wurde ich demgemäß Opfer dieser Ankündigung. Ohne jede Überraschung nahm ich die unumkehrbare Konsequenz dieser Tat zur Kenntnis. Die ehelichen Pflichten wurden im Laufe des Vormittags trotzdem an mir vollzogen, wenn auch ohne meine innere Beteiligung

109 Alle Finger zeigen auf mich. Nun ja, das Leben lässt sich nicht kontrollieren. Aber mir passiert nichts, ich ruhe in Gottes Hand, komme, was wolle. Das kann mich mitunter zu Tränen rühren oder auch zu meiner zweiten Natur werden oder es bleibt – unfassbar. Der Wortfilm reißt immer an dieser Stelle, genau da, wo es mir nicht gelingen will, ins bergende Helle vorzudringen

110 Derweil zupft sich, wie ich von meiner Loggia aus sehe, eine am Straßenrand auf einer Mauer in der Sonne hockende Frau seelenruhig mit einer Pinzette die Nasenhaare. Und ich sage mir, dass durch und mit Genuss zu siegen, eine Hoffnung wäre, die es zu hegen gälte, wenn es denn überhaupt noch ums siegen ginge

111 Ein geringschätziges Lächeln, und schon ist das Gleichgewicht gestört und ich muss das Areal verlassen. Der Abschied fällt schnell und kategorisch aus. Jede zukünftige Teilnahme ist ausgeschlossen. Unversöhnlich bleiben die Reihen geschlossen und mir jeder Zugang verwehrt. Laute Empörung macht sich breit, als ich zu bedenken gebe, dass es sich um eine Verwechslung handele. Ich sei nur das Double von Soundso, und als ein solches müsse ich dessen Gemütsregungen zum Besten geben, somit auch das Lächeln von eben. Aber alle halten das für Scherz, Satire, Ironie, ohne tiefere Bedeutung. Dann brodeln sie noch eine Weile wortlos vor sich hin

Ich kehre meine Extemporalien zusammen
und lasse sie ins

weltweite N E T Z

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TRÄUM WEITER ,

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Extemporalien in Dosen oder: Schreiben aufs Geratewohl

Ich saß coronahalber auf meinen vier Buchstaben und ging in meinem Kopf fremd. Dort erschienen mir Sätze, die sich unaufgefordert vermehrten. Ich gab ihnen Nummern und doste sie ein

Dosis X

91 Heute brennt mir nichts auf den Nägeln. Wie ein Geist, der das Rätseln verlernt hat, trete ich hinaus und trotte an blinden Schaufenstern und stillgelegten Baustellen vorbei, ohne mit der Wimper zu zucken. Selbst Strumpfhosenmuster an langen Frauenbeinen, an anderen Tagen ein Sexer im Lotto, lassen sich nicht buchstabieren. Kein Anker, den es auszuwerfen lohnt, kein Schein, der trügt, kein Laut, der übersetzt werden will, und so ziehe ich mich in meine Klausur zurück und kaue alte Brotkanten

92 Ich brauche eine ZündApp, sonst bleibt die Erhellung entlegener Bezirke meiner Phantasie aus. Doch weiß ich insgeheim, dass ich auch dort nicht verweilen kann. So spaziere ich am Rand gewöhnlicher Bilder entlang, zutiefst enttäuscht von den allzu gemütvollen Träumen, die mich gerade da heimsuchen, wo andere ihr Wohlleben genießen. Mit einem Ruck ziehe ich die Reißleine, zurück bleibt eine rätselhaft klingende Sentenz: Langsamer, Felix, du musst Geruch verteilen

93 Haben Sie schon mal jemanden so sehr gehasst, dass Sie ihn am liebsten um die Ecke bringen wollten? Ich schon. In der dunkelsten Seitengasse stellte ich ihn ab, fesselte seine Hände und verband seine Augen. Mit dieser Höchststrafe, der Schaulust preisgegeben zu sein und nicht abgeholt zu werden, ließ ich ihn allein zurück. Jedes Rufen verhallte, kein Wort erreichte irgendjemanden. Bald war es nur noch ein Röcheln, und zuletzt verstummte auch dieses ungehört. Was für eine Genugtuung

94 Ich ging so vor mich hin und schaute nach oben, dabei hoffte ich auf einen verlässlich blauen Himmel und dachte noch, dass es schön wäre, wenn in ihm kleinere Haufenwolken treiben würden und ein milder Wind ihren Zug vorantreibe, ich schaute also voller Zuversicht und im Vollbesitz meines Sehsinns nach oben … und erschrak: Das Bild des Himmels, das sich mir zeigte, war unscharf, wie von einem Schleier verhüllt. Zunächst glaubte ich, es läge an meinen Augen, rieb sie ein wenig und blickte wieder nach oben. Aber nein, die Unschärfe blieb. Es war, als ob ein feinmaschiges Netz gespannt worden war, das nun den Himmel bedeckte. Aber warum? Was sollte diese Vermummung? Schützte die Gaze mich oder den Himmel? Und vor was eigentlich? Den ganzen Tag trottete ich mit diesen unbeantworteten Fragen umher, bis ein Freund in mir tönte: Gott ist ein Maskenbildner. Mein Lachen kehrte alles um

95 Heute habe ich mich nicht erhoben. Weder wusch ich mich noch nahm ich ein Frühstück zu mir. Überhaupt fiel jede Mahlzeit aus. Kein Kuss verließ meine Lippen. Alle Worte blieben ungesagt. Weder Freunde noch Geliebte wurden getroffen. Das Spazieren fand nicht statt. Keine Zeile gab es zu lesen. Berührungen existierten nicht. Selbst das Denken setzte aus, und kein Gefühl drängte zu seinem Ausdruck. Ich kam gar nicht richtig zu mir, blieb einfach liegen. Reverien gesellten sich mir bei

96 Es tun sich Tiefen auf.
Ja, das stimmt.
Ich will im Fernweh ankommen.
Ach, geht das denn?
An schlafenden Nichten scheiden sich die Geister.
Nie und nimmer.
Da oben, ja da oben, da will ich hin, um das Thema zu verfehlen.
Musst du nicht, ich trete für dich weiter auf der Stelle.
Dann bis dann

97 Eines Tages zog ich das Tatenlos. Ohne zu zucken, gelang mir alles, was ich nicht begann. Inspirierte Gespräche, phantastische Sätze, sündige Geständnisse, geniale Ideen, sensible Träume, zarte Sehnsüchte – all das ließ ich sein und blieb inkognito. Was ist dagegen schon einzuwenden

98 Draußen riecht es nach Pech. Ich bekomme es mit der Angst zu tun und trete beiseite. Neben der Spur finde ich meine Kräfte wieder. Voller Wohlwollen stelle ich einem Kreis von Experten die einfache Frage: Hilft uns vielleicht ein Luftikus aus dieser Misere? Die Runde schweigt sich aus, und so gehe ich weiter, lege den Kopf in den Nacken und schaue voller Inbrunst hinauf: blauer Himmel, dem ein zarter Schimmer fahlen Graus von wem auch immer beigemischt wurde. Das ist alles sehr gebrechlich, und mehr als fragwürdig

99 Die Nackte von nebenan räkelt sich auf einer sonnengelben Decke. Ihre Pobacken leuchten wie zwei Gnadenbrote. Klopfgeister poltern an den Eisengittern der Balkone. Zwei bezopfte Mädchen trampolinen hinter Büschen. Kaum ein Vogel tiriliert. Dafür röhrt eine Drohne über den Köpfen. Dazu üben Kinderstimmen Lieder ohne Worte, und nicht ich bin es, der all das notiert, nein, ganz und gar nicht, ich könnte all das gar nicht bezeugen, dazu fehlt mir das lautere Gemüt

100 Eben noch rumorte ich tragisch vor mich hin, jetzt kommt mir alles herzzerreißend komisch vor, und bald werde ich das Ende dieses Satzes hinnehmen müssen, da mir nichts mehr eingefallen sein wird

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Logenplatz

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Extemporalien in Dosen oder: Schreiben aufs Geratewohl

Ich saß coronahalber auf meinen vier Buchstaben und ging in meinem Kopf fremd. Dort erschienen mir Sätze, die sich unaufgefordert vermehrten. Ich gab ihnen Nummern und doste sie ein

Dosis IX

81 Nicht anders als im Traum nimmt das Wohlbefinden zu, wenn das Reisen hilft, die Hoffnung zu bewahren. Je nach Art des Ziels, können die eigenen Ressourcen geplündert werden. Ohne die eigenen Grundsätze zu überdenken, bleibt man aber bis zuletzt vertraut ungnädig gegenüber dem Neuen

82 Jeden Abend drück‘ ich im Bett die Daumen, damit die Träume mich nicht fallen lassen. Unterstützend summ ich noch ein Lied, löffele ein wenig mit meiner Angetrauten und kuschele mich in die mit Glückssträhnen bestickte Decke. Anschließend können die Grünverschlossenen Botschaften kommen, inklusive kleinerer und größerer Unbequemlichkeiten

83 Solange das sprichwörtliche Pech an meinen Sohlen klebt, werde ich mit ziellosem Herumgehen kaum an Sozialprestige gewinnen. Lieber ruhe ich im Schatten von XXL-Dessous, die auf der Leine im Wind flattern, und kein noch so spannender Aufruf kann mich bewegen, einen Gang zu wagen. Ohnehin steht der Erfolg eines solchen Bemühens auf einem anderen Blatt, und wer geht an seine Leistungsgrenze, wenn das Zusammenspiel der Momente nur Leerläufe zeitigt. All dem ist nur mit Langmut zu begegnen

84 Warum hast du die Himbeerschnitte gegessen?, fragte die Tochter. Nur aus Jux und Toleranz! verkündete der Vater, der gerne delikate Scherze trieb, zumal seine Tochter gänzlich humorlos durch die gemeinsamen Tage ging, die sie am Meer unter haltlos grauen Wolkenbergen verbrachten. Zu ihrer Entschuldigung sei angemerkt, dass ihr in letzter Zeit unzählige abgeschmackte Jugenderinnerungen durch den Kopf stiebten, die sie in eine tiefe Krise stürzten, so dass selbst die bemühten Witzeleien ihres alten Herrn sie nicht ablenken konnten. Daher blieb ihr nichts anderes übrig, als auch diese humorige Reprise hinzunehmen und jeden möglichen Groll hinunterzuschlucken. Wollen wir hoffen, dass sie des Nachts nur von harmlosen Träumen heimgesucht wird. Alles andere wäre ein quälendes Psychodrama, Ausgang ungewiss

85 Durchdrehen, jede einzelne Szene, jeden Dialog, jede Wendung, jeden Cliffhanger, ja, durchdrehen bis zum Finale

86 Und dann? Beim besten Willen, ich weiß es nicht zu sagen, nichts weiß ich zu sagen, ein stummer Stammgast bin ich, den niemand bemerkt, skandalös unfähig, sich bemerkbar zu machen, ein Unbekannter, dem nichts passiert, der in Ereignislosigkeit versinkt und neuerdings von einem Gefühl der Genugtuung durchströmt wird, das ihm ein leises Stöhnen entlockt

87 Wie gern ich hier sitze. Alles ist so schön, still und leer. Die Zweifel rollen sich zu meinen Füßen ein, wo ich sie mit den Zehen berühre, hin und her bewege, bis sie die richtige Stellung und Form haben, um sie mit einem kräftigen Schuss ins Abseits zu kicken. Dort wechseln sie ihre Farbe, und nichts erinnert mehr daran, dass sie ein unverkennbarer Teil von mir waren. So finde ich Ruhe

88 Nichts ging mehr. Groß und breit stand ein Felsen vor mir. Kein Vorbeikommen war möglich, alle Wege waren versperrt. Ein Hindernis sondergleichen, ohne Vorbild und wie für die Ewigkeit aufgestellt. Ich trat näher heran und las das Wort, welches in massiven Lettern in den grafitgrauen Stein gemeißelt war: WICHSGRIFFEL Mehr ist mir nicht in Erinnerung geblieben. In der Früh wurde ich langsam, mit großer Übersetzung vernascht

89 Genügsam und mit einer liebenswerten Verschrobenheit spinnt er seine Verse, die ein überaus spannendes Netz von Verweisen knüpfen, in das er sich fallen lassen kann, wenn die Not überhandnimmt. Passiert es einmal, dass ihm nichts mehr einfällt, gräbt er mit taubenetzten Fersen den Kompost um und wartet ab, was geschieht

90 Grillen füttern, täglich. Eine Chaosmose der Sätze. Weit draußen franst das Alphabet aus. Der Wind treibt Musik durchs Gebüsch. Und manchmal zieht ein blasser Schimmer am Himmel entlang. Jenseits der Mauern zittert der doppelte Zungenschlag. Vielleicht hält der Spiegel die Silben bereit. Ansonsten müsste ich auswendig lernen, was die Finger im Zaum hält und ohne Hose ins Blaue kriechen. Das hätte immerhin Stil

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Die Füße des Aufgestandenen

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