Bilder aus der Provinz

Kater

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Bilder aus der Provinz

Montana

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Bilder aus der Provinz

Dino

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Drahtloser Nahverkehr

Als du morgens die Augen zu öffnen versuchst, bleiben sie verschlossen. Sogleich trittst du in Räume, die mit gemusterten Tapeten ausgestattet sind, auf denen Topographien bekannter Städte sich zeigen. Du steigst in Prag ab und fotografierst, um zu vergessen. Schwätzer paradieren im Regen, der in die Verwerfungen des Asphalts eindringt, die Brücke unter ihren Füßen zittert, der Verkehr rollt endlos weiter und du hast die ganze Zeit ein gelbes Brötchen mit Flügeln im Sinn, über dem ein blaues Blinklicht schwebt, das sich im Fenster spiegelt, durch das du auf die Straße schaust und immer wieder das Wort STAU vor dir her sagst, um die Bewegungen zu stoppen, die nicht enden wollen, ständig beginnen die Agierenden mit ihrem lärmenden Änderungsdienst, und so geht dir die Lust aus. Deine Ohrtrompeten vibrieren, und du willst dich vom Acker machen, bevor der Mieter des Herrn dir den Saft abdreht. Dann erscheint die Muse als grüne Fee und hinterlässt dir einen Kater. Du knüpfst ihn im Bad auf, damit er abtropfen kann. Hoffentlich löst das keine Panik bei anderen Haustieren aus. Derweil stromern vor dem Fenster simple Schatten vorbei und segnen das Zeitliche. Eilig verlässt du die Wohnung. Auf der Fußmatte buchstabierst du noch die Spuren der Herren, die sich gestern auf dieser Schwelle in Trance geredet haben. Ohne eine Eselsbrücke musst du durch den Morast der Sätze gehen. Derweil schwappen allerlei Binsenweisheiten aus den Wänden im Treppenflur. Draußen angelangt, kannst du dich nur noch dumm laufen. Am Büro der Vagabunden balzt der Vorsitzende mit der Schwester des Türstehers. Postwendend bekommen sie von den Vorübergehenden den Applaus, der ihnen den Atem nimmt. Du schlägst im Geiste weiter deine Purzelbäume und kannst der sogenannten Wirklichkeit listige Schnippchen schlagen, bis dieser Trick in sich zusammenfällt und du wieder ins Kommensurable einkehrst. Nichts lässt sich mehr auf die leichte Schulter nehmen, jedes vice versa bleibt aus, da deine Augen unerbittlich offen stehen.

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Teufengelchen

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Vorsicht Dacharbeit!

GOtt

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Hamburger Berge

Schotter

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Caché

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Not amused

Deichtorhallen

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Tranches de vie XXII

In mir herrscht ein Spuk wechselnder Bilder, doch der alte Schwung ist hin. Das Wetter tut ein übriges, mich zu dämpfen. Noch dazu vögelt mein Nachbar fremd, mit spitzen Schreien, die den Lärm der Schlagbohrer kreuzen, welche den Bürgersteig malträtieren. Ich gehe weg. Nach wenigen Stunden zeigt mir das Zittern meiner Beine, wie weit ich mich verlaufen habe. Zwischen den Wassern und Räumen strande ich zu guter letzt im Hinterland. Dort treffe ich die Dämonen der Trägheit, die auf einer mild geschwungenen Wiese als Bodenbrüter wachsen und sich selbst genügen. Später lecke ich am Wehr die Gischt vom rostigen Eisen. Das letzte Licht verliert den Disput mit der Nacht. In völliger Dunkelheit schalte ich auf Autopilot und sinke ins taubenetze Gras. Was sich dort regt, entzieht sich meinen Sinnen. Unaufgeklärt verliere ich mich im Schwarz und der Ruin nimmt seinen Lauf. Der Rotor setzt seine Flügel in Gang, um die Gier der Schaulustigen zu steigern, die sich um mich scharen. Einzig die Sentenzen der Segler kann ich vernehmen, wenn die Ohren sich spitzen. Dann schiebt sich ein kleiner falscher Nebelton ins Gewölk, der Staub leuchtet schwach, ich aber höre launige Lieder, die den Gegenzauber auslösen. Wie ein Blaumann torkele ich umher, die Sonne bescheint nun die offene Bühne der Straße, wo sich gerade die Fassaden mit den Linienbussen duellieren, in einem Frühlicht, das den ersten Passanten salutiert. Ich begrüße die Frau, die heute neben mir gehen und dabei in ihr Zeichenheft jene Fehlerteufel bannen soll, welche die Routen säumen. Endlich habe ich jemanden an meiner Seite, um durch die Zitterpartie der Tage zu schwirren. Danach lasse ich mich ohne Umschweife fallen, in die Wörter, in ihren Klang und Rhythmus, taste mich, blind zunächst, zögernd voran, wie ein verlorenes Labertier, streife die Ränder, schnuppere in die Ecken, fühle, ob der Boden trägt, der Boden, der gleich wieder wankt, sich senkt und hebt, atmet, im Nebel verschwindet, und schreibe so lange, bis die Zeilen mich tragen.

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