Die Welt muss leider drinnen bleiben

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Aus heiterem Himmel wendet sich kein Blatt

Das hellste Licht trat heute auf, als ich den Kühlschrank öffnete und mich eine PinkLady zuckersüß anlächelte. Wie geht’s weiter, fragte ich. Ohne Hausgeist wird es nicht klappen, meinte sie. Los jetzt, nur keine Ausreden, du verlierst ja nichts, gewinnst aber ein paar unverschämte Minuten des Glücks im toten Winkel. Unterm Teppich roch es unterdessen nach grauer Vorzeit, die Fäden luderten aus, Staubmäuse spaßten umher. Es lauerte die Langeweile in allen Ecken. Ich war umstellt von vier Wänden und hoffte auf einen Sibyllenboden, der mich lichtwärts trägt. Doch nichts geschah. Meine Lider schlossen sich ganz sachte und nur Geräusche erreichten mich noch. So dämmerte ich weiter vor mich hin und wurde zu einem Lauscher, der in dieser Monotonie auf rätselhafte Worte hoffte. Und ja, da waren welche, wenn auch nur erlesene: Blütentriller verklingen im Sonnenschoß, Windrufe treiben ins Wolkennetz, Schattenpilze zappeln lautstark in unsicheren Verhältnissen. Gegen Mittag drückte ich die Daumen und summte ein Lied, während ich mich in die mit Glückssträhnen bestickte Decke kuschelte. So konnten die verschlossenen Botschaften kommen, inklusive kleinerer und größerer Unbequemlichkeiten. Und nach der Siesta? Beim besten Willen, ich wusste es nicht zu sagen, nichts wusste ich zu sagen, ein Stammgast in der Einzelzelle war ich seit Monaten, einer von vielen, mit dem nichts passierte, der in Ereignislosigkeit versank und neuerdings von einem Gefühl der Ergebung durchströmt wurde, das ihm ein leises Stöhnen entlockte. Wie weiter? Pro forma stellte ich einem Kreis von Experten die einfache Frage: Hilft uns vielleicht ein Luftikus aus dieser Misere? Die Runde schwieg sich aus, und so legte ich den Kopf in den Nacken und schaute voller Inbrunst hinaus: ein tiefes Blau, dem ein zarter Schimmer lichten Graus beigemischt war. Das erschien mir alles sehr gebrechlich, und mehr als fragwürdig. Später versaß ich auf der Loggia die Zeit mit leichter Lektüre. Einiges verfing sich, blieb haften, beflügelnd, manches verlor sich wie ein flüchtiger Kuss, der auf den Lippen verdunstet. Glocken tönten gegen Sirenen an, der Himmel spannte sich über die leere Straße, und ich gähnte in die Windstille hinein, als ich las: Lange nahm er kein Blatt vor den Mund. Eines Tages aber entdeckte er, wie wohltuend tief man in sich hineinfallen kann, wenn einem die Worte ausgehen und sie nicht mehr zurückkehren. Seitdem tritt er in dieses Schweigen ein, sobald im Verkehr mit den anderen die Nähe zu verletzend wird. Er harrt dann wie in einer inneren Verwahranstalt aus, bis die Luft rein ist und die Kulissen verschoben sind. Das half mir aber auch nicht, da es ja die ungeschützte Nähe zu den anderen war, die ich suchte. Als ich mich zwischen die Zeilen mischte, kam einzig mein Herzschlag mir zu Ohren. In leiser Erregung durchmaß ich Mündungen und Kehlen von Versen, forschte nach Losungsworten, bis am Abend ein Schlüssel sich im Schloss drehte und Quarantine erschien. In ihrem Gesicht debütierte die Lust. Ungeheuer kühn steuerte ich in die Meerenge. Dort waren wir dann auf Gnade und Ungnade dem Verlangen preisgegeben. Das Eindringen nahm seinen Lauf und fand das vorhersehbare Ende, denn wer dünkt, er stehe ewig, mag wohl zusehen, wie er falle: ein leichtes Beben zunächst, dann tiefes Absinken und unterseeische Stille, zuletzt ein landschwerer Körper. Eben noch ein vom Vögeln durchwirktes Lager, danach die handgreifliche Trostlosigkeit der zerwühlten Laken. Am besten wäre es, vollends einzufahren, dachte ich, um endlich mit Stumpf und Stiel zu verschwinden. Die Kirchturmuhr schlug. Ich war ganz Ohr, zählte die Stunden und lag dezimiert da, bis der Schlaf mich einholte. Im Traum sah ich mich tot am Boden liegen. Ich war unbekleidet, Arme und Beine wiesen Fesselspuren auf. Um den Hals lag noch das Seidentuch, mit dem ich erwürgt worden war. Mein Mund formte ein letztes Grinsen. Ungerührt nahm ich die unumkehrbare Konsequenz der Tat zur Kenntnis. Der Rest war ein Satz, der mir kurz vorm Aufwachen von irgendwoher zufiel: Bald ich habe Nase satt! 

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Choose your vision

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Locked in

 

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Vor langer, langer Zeit,

also gestern, war noch Winter. Alles verlor sich im weißen Flausch der Schneedecken. Die Wege im Wald verschwanden, es entstanden neue. Kreuz und quer gingen wir in frostklirrender Kälte auf knirschendem Boden. Es war sehr hell, so dass wir immer mal die Augen schließen mussten. Jedes neuerliche Öffnen der Lider gewährte uns eine Wohltat: Lichtgenuss. Nun ist es mit dem Schneeschauen vorbei. Der Aufgalopp des Grüns setzt wieder ein, während die Liebschaften des Winters noch in unseren Köpfen umhergeistern.

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00:30:37

Ich brauche Eure Hilfe bei diesem Foto, das mir vor einigen Wochen unterlief. Denn dieses Motiv will mir etwas sagen, nur weiß ich nicht, was. Es ist ja nicht nur die ins Auge fallende Zahlenreihe. Es sind auch die übrigen Details, die mir Rätsel aufgeben: die vergitterten Fenster, der schmutzige und rissige Putz, die offenen und nach oben gerichteten Rohre, die zugemauerten Fensternischen und nicht zuletzt die beiden diffusen Rostspuren und der graue Streifen, der die Wand unten abschließt. Das alles in Höhe des ersten Stockwerks eines Baus, dessen Funktion mir verborgen blieb. Auch seine genaue Lage in der Stadt will mir nicht mehr in den Sinn kommen. Unheimlich … Wie gesagt, das Foto ist mir unterlaufen. Aber das muss etwas bedeuten, so etwas springt mich nicht zufällig an. Vor allem die Zahlen haben es in sich. Wenn es eine Uhrzeit ist, dann zeigen sie eine halbe Stunde und siebenunddreißig Sekunden nach Mitternacht an. Ist dies eine Ankunfts-, eine Start-, eine Reisezeit? Wird hier eine Spieldauer angegeben? Oder ist damit eine Tatzeit gemeint, zu der etwas passiert, immer wieder, jede Nacht? Wird der Beginn eines Ereignisses markiert? Oder spiegeln die Zahlen, ihre Summe, einen geheimen Sinn wider? Und warum stehen sie wie ein Graffiti an dieser Wand? Sind sie womöglich eine verschlüsselte Adresse? Baudekor? Eine Allegorie der Kürze des Lebens? Oder nur eine völlig sinnfreie Reihe? Fragen über Fragen. Bitte helft mir. Ratet und rätselt mit. Erfindet, ermittelt, erzählt. Ich werde es nicht gegen Euch verwenden.

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All monsters are human – AHS

Are you lost Baby Girl?

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Titangrau

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Tristan sei Dank

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Experimente

im Lockdown VI (Teardrop)

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