Herrenabend am Abaton

 

Sie haben es wirklich gut,

sie trinken Bier

und reden über Sachen,

die sie mögen.

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Blasen, die auf Pfützen platzen – Heimatlose Notate III

Was wünscht Mann sich: volle Dröhnung, full blast, die letzte Lockerung, die totale Strahlung

Das Recht auf ein gescheitertes Leben ist unantastbar

Außer Spesen nichts gelesen

Ein kaum getarntes Grauen huscht durch das Zimmer

Motto meines Lebens als Schattenmann: I was so good for her back

Sie können doch nicht so einfach Kinder fotografieren. Das sind doch nicht Ihre eigenen, oder?

Und nach allem: Was ist Glück? Föhn im Februar

Motto: Unter dem Kreuz erhöht sich die Milde

Versprechen des Tages:
It could be a game-changer for your business

Das unbefleckte Verhängnis ist wieder ausgeblieben

Müde bin ich, geh‘ zu Grunde

Ich hätte alle Winde Spaniens gebraucht, um sie zu trocknen

Wie ein kleines Tier wiegt sich die Tasche aus feinem Leder sanft auf den festen Pobacken einer jungen Frau hin und her

Das Leben ist absud

Blinkende Brüste,
Knallende Ärsche

Gesangszeile draußen:
Alle Kinder spielen, außer Mona, die hat Corona

make yourself proud : Tatoo an der Innenseite des Unterarms einer jungen Frau

Hinter dem zweiten Wort des dritten Satzes im ersten Abschnitt des fünften Kapitels lauerte die Katze auf einem Schoß

Perfektes Hideaway: Welt ohne Pein im Schlaf, oder beim Lesen

Du eierst so
Nee, ich mäandere

Den ganzen Tag unbrauchbar, aber zu allem bereit

Vor dem Verkehr ordentlich drücken

Hilflos trunken nach Küssen, und am Himmel ein wolkiger Trauerkloß

Eine Novizin badet in Buttermilch, und er denkt nur an GV

Wenn ich Musik höre, kann ich am besten an anderes denken

Wenn Es kaut, kommt Nahrung voran

Mich erregt nichts Nacktes, ich bin Designer

Achtung freilaufender Mund

Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo

Auf welche Provinzbühne sind die Wolken verbannt

So ein Mann muss keinen Preis mehr bezahlen, er selbst ist der Preis

Kurvenstarke Rasanz wackelt über mir und unten trauert eine abgebundene Primel

Komm, ich will dich narkosen, bis der Arzt kommt

Keinen Schimmer, was die Splitterchronik hier soll, auch dieser Zwinger aus Worten enthält nichts anderes als herumfliegende Partikel Wirklichkeit

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Schlafes Bruder

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LOVE FUCK AMEN – Heimatlose Notate II

Erst Bohrlärm, dann rauschender Schutt, dazwischen polnische Laute, aus fahlen Visagen in weißen Staubwolken ausgestoßen

Thermo King hinterlässt himmelblaue Junkbags, vor einer Mauer, die von Graffiti mit Heiligenscheinen verziert ist

Let it begin with Kindermusik, in bunten Zimmern mit Klavieren und Trommeln, trotz der gebrauchten Mundschutzmasken, die im Gebüsch vergammeln

Unter dem durchsichtigen Regenschirm wippt der Pferdeschwanz einer Beautyqueen hin und her

Ohne die Fußmassage Lazarus käme ich um und sähe kein Atelier, wo eine NordseeLandschaft für 800 Euro feilgeboten wird

Ein zerplatzer Luftballon liegt neben Prinz Kräuterbutter und grauem Haargras

Sprüche vom Fürst des Friedens an die Mauer getagt: Je suis Auto und Winterhude ist Mega

Weniger Internationale Leuchten, und wenn schon, dann nur der Urknall Nr. 198, leuchtend orange

Einen Genuss gegen Spende verspricht die Minirockerin, die beim Schneider Atelier nur heißen Stoff bestellt, mit viel Mut zur Lücke

Die wichtigsten Geschichten beginnen auf der Straße, bei den schnapsseligen Dauerstehern vom Kiosk

You are waiting for a sign: LECK MICH à la baisse

JR, das „Püppsche“, die Wichsvorlage grauer Nachmittage

Warmbier und Adel, Schwickart und Wedding, ihr sollt nicht zwischen 12 und 14 Uhr im Möwennest klingeln, bitte

Kein Laster ohne Glücksversprechen

Die ZEIT ist auf der Suche nach einem Freund, zwei Matschhändchen trocknen an einer Hauswand, drei Hasenmumien lagern im Schaufenster, davor hechelt ein Mops ohne Frauchen

Wahnsinn rufen die Irren beim Verlassen der Anstalt

Die Amsel fliegt auf, der Zweig winkt ihr nach

Sie ist in einem unbestimmbar fortgeschrittenen Alter, die alte Matrone mit dem Zuviel des Schlechten, ohne Rouge traut sie sich nicht mehr raus

Der Business röhrt an allen Ecken, das Geheul zwischen staubigen Hosenbeinen nervt, dito die bellenden Köter hinter den Jalousien

Ach, und dann noch jenes Stiefelgeklapper auf dem Pflaster, dort bei den Zäunen, wo dutzende Pariser in der Sonne vertrocknen

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Ballonverkäufer

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Regen, der auf Wellblech tropft – Heimatlose Notate I

Shirt: Die Realität ist für diejenigen, die ihre Träume nicht verwirklichen können

Bestechend schön, bisweilen betörend, so dass man alles, inklusive sich selbst, vergisst und für Momente allein im Blick zuhause ist

Mir gefällt nur der kahle Fleck auf ihrer Haut, direkt über ihrem Po, in Form eines Schmetterlings

Der ist so putzig, und zugleich der dümmste Hund im Großraum Baden

In Stundenmillimetern laufen sie aufeinander zu

Verleser: Linker Honig statt Imkerhonig

Zitat: Wachgeküsst von der Abrissbirne

Getrimmt von der Ehegeliebten wie ein Königspudel, nur am Gemächt herrscht noch Wildwuchs

Ich würde wohl,
doch es lohnt
nicht

Eine blütenreine Weste
im feuchten Kehricht

Ausrasten: österreichisches Wort für Entspannen

Sanft kullernde Tränen am nahen Weinberg

Das Ruheversprechen eines altrosa Tischtuchs

Das Blau des Himmels drischt meine schlechte Laune hinweg

Ohne dich würde ich aussteigen, und zu wissen, dass du da bist, in Reichweite und auf Sendung, reicht mir aus, um den Tag zu begehen

Ich habe
endlich
das Beste
hinter mir

Im Strudel der Sekunden beugen sich ratlos erstarrte Gesichter in nasse Fliederbüsche

Endlich rauscht es mächtig und der Regen stürzt herab auf alte Paare unter bunten Schirmen

Eine ausweglose Zeile, in die ich mich zurückziehe und einniste

Sich ehrlich beschweigen, im trägen Fluss der nichtssagenden Momente

Ein Versprechen von Olly:
Ich schrubbe Dich
nach Hausfrauenart

Der Trost der täglichen Selbstberührungen

Songzeile: Suspended in nostalgia

Banksprücheklopfer an der Alster:
Per Definition könnte man sagen, alles, was sich bewegt, lebt. Und was ist mit den ziehenden Wolken über uns am Himmel?
Am Oberrhein ist es so heiß, weil dort meist Windstille herrscht. Wisst Ihr das eigentlich?
Kennst Du die Neue Deutsche Welle? Was da drüben kopfunter im trüben Wasser schwimmt hat damit nichts zu tun. Das ist eine tote Ente, die sich in den Wellen wiegt

Vor dem Posten räkelt sich eine junge Schönheit, gelassen schaue ich vorbei

Er wird, nach selbstgemachter Qual, der Henker seines Lebens, das ohnehin wie ein Gesicht des Morgentraums entflieht

Dialogfetzen: Wir haben jetzt ein Enckelchen von zwei Jahren! Von dem da? Nee, der ist ein Blindgänger
Am Ostseestrand habe ich mal Kopfstand gemacht. Dreizehn Minuten. Die Leute blieben stehen und staunten

Anzeige: Frisch geschlüpfte Baby-Stabheuschrecken zu verschenken

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The Future

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GEBRAUCHSANWEISUNG FÜR EINEN DIESER TAGE

Also,

wenn deine Frau zur Arbeit gegangen ist, verschaffst du dir im Bad erstmal Erleichterung.

Dann legst du Marika flach und dehnst bei einer Französischen Suite deine Glieder.

Danach sitzt du auf der Loggia und trinkst in der Sonne Kaffee, schaust auf die Straße und bemitleidest die Köter, die ihre Tage winselnd am Ende einer Leine verbringen müssen.

Zur Entspannung surfst du frei nach Plan durchs Web und landest auf Sites, die dein Hirn mit versauten Dingen ablenken.

Du nimmst eine kalte Dusche und entschließt dich zu einem Gang.

Wenig später streunst du durch die Gegend, was die beste aller Arten ist, die Zeit zu verplempern.

Raus aus der Tür und vorbei an hüstelnden Nachbarn, die du verschämt grüßt, nimmst du nach wenigen Metern ein scharfkantiges Hacken-Klack-Klack hinter dir wahr und verlangsamst deine Schritte.

Eine junge Frau in Rot überholt dich, und du folgst ihr bis zu einer Ampel, um dort sekundenlang in ihrer Parfümwolke zu verharren.

Noch bevor die Ampel umspringt lässt du sie links liegen und kehrst ins Forum ein, kaufst eine neue Kladde und siehst in einem Tierfilm, der im Schaufenster eines TV-Ladens läuft, wie ein Gepard eine Gazelle reißt.

Die Eleganz des Tieres gefällt dir, seine zielsichere Sprungkraft deprimiert dich eher, weshalb du das Interesse verlierst und dich auf den Weg machst.

Draußen schaust du in vorbeieilende Leichenbittermienen, notierst dir erschöpfte Gestalten, die schwer atmend im Schatten auf Mülltonnen rasten, beobachtest Passanten, die unermüdlich ihren Kopf schütteln und vor sich hinfaseln, wunderst dich über gertenschlanke Mädchen in Shorts, die sinnbefreit in ihre Handys kreischen, und staunst zuletzt Kinder an, die sich über sanft treibende Taubenfedern in einer Regenlache freuen können.

Zuhause liest du ein oder zwei Poeme, um runterzukommen.

Dann wirst du müde und lässt dich fallen. Ohnehin ist es schon Abend.

Du trinkst noch ein Bier, und mit dem Gefühl, ziemlich heil durch den Tag gekommen zu sein, liegst du im Bett.

Das wird sicher keine schlimme Nacht, denkst du, und tauchst in den Schlaf ein.

Als letzte Meldungen entlässt Du einige Schnarcher in die Dunkelheit.

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Geflecht

Selbst

Die meisten Menschen haben den Mut, ihr Leben zu leben, aber nicht den Mut, sich ihr Leben vorzustellen.
(Jean-Luc Goddard)

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Hecke

Es ist die Hölle, nichts zu tun zu haben, und erbärmlich ist es, etwas zu tun. Wenn wir innehalten im Tun, dann schweifen unsere Blicke ab, werden stumpf und leer, wir erschrecken, erblassen vor dem Nichts, in das sie gleiten, also halten wir uns fest an den winzigen Hälmchen unseres Alltags, am Fensterputzen und Einkaufen, am Briefeschreiben und Haarewaschen, wie entsetzlich die Leere, die Muße, die dahinter lauert, wir sehnen uns nach Tätigkeit, und sei sie noch so unsinnig, weil wir es nicht ertragen, in den Pausen, die dazwischen entstehen, unser Verglimmen zur Kenntnis zu nehmen.

(Matthias Zschokke, Der dicke Dichter)

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