Tranches de vie XVI

Erst der gemeinsam mit C. besuchte Vortrag Vom Freudigen Ereignis zur Freud’schen Überraschung, dann der von mir angeregte Gang durch die kalte Stadt zum Laden am Bahnhof, wo wir uns mit Wein eindeckten, um in seiner Wohnung labernd zu bechern und anschließend einen Film zu gucken über einen Junkie mit kindlichem Gemüt, dessen wunderliches Ende mit dem Besuch eines anderen Freundes zusammenfiel, der von seiner lange zurück liegenden Begegnung mit Wim Wenders erzählte, von dem er meinte, er sei gänzlich uneitel, was ich für eine Fehleinschätzung hielt und in einer bündigen Formulierung kundtat, mit der ich mich verabschiedete, da ich ins eheliche Bett einzukehren wünschte, wo ich, nach einer kurzen Fahrt mit der Bahn, neben meiner Angetrauten zur Ruhe kam und noch über das heilsame Entsetzen sinnierte, zu dem jede psychoanalytische Kur führen sollte, wie es der abendliche Redner ausgedrückt hatte, der übrigens Rath hieß und zahlreiche Pointen setzte, nach denen er immer eine Pause ließ, damit das versammelte Auditorium dem Sinn seiner luziden Wortwahl nachgrübeln konnte, was bei mir nicht selten dazu führte, dass ich den Faden verlor und mich auf einsamen Feldern spazierend vorstellte, die vom Licht des Mondes schneeweiß leuchteten, bis ich aus diesem kapitalen Abseits wieder durch die Lachsalven der Zuhörer aufgeschreckt und mit Gewalt in die Reflexionen des Herrn Rath gestoßen wurde, die mich jedoch alsbald in eine angenehme Langeweile versetzten, aus der ich erst in dem Moment entlassen wurde, als C. mich bat, aufzubrechen und den weiteren Gang dieses noch jungen Novemberabends ins Visier zu nehmen, was mir spielend leicht gelang, wie das bis hierher Geschriebene belegt, von dem ich mitnichten weiß, ob es im Leben irgendeines Lesers dafür eine Verwendung gibt – aber die Zeit vergeht ohnehin, warum also nicht mit der Lektüre dieses sich verspielt windenden Satzes.

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Ballon

Kestnergesellschaft Hannover

Kestnergesellschaft Hannover

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Alles Ding wahret seine Zeit I

Aufgelassenes Haus

Aufgelassenes Haus

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Glasses

 

 

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Die Fabeln des Alltäglichen

PHOTOMAT

PHOTOMAT

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Nur weg –

von allem und allen.

von allem und allen.

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Flasche

im Wasser

im Wasser

Bin

in mich

gekehrt.

Nichts gefunden.

Unbekannt

verzogen.

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Symptôma

Fotofundstück

Vorfall

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Das Blau lauert überall!

ZustandsZone

Es blauert in der ZustandsZone!

BEING BLUE

Fotografien von Uwe Heckmann 

Vernissage, Samstag 8. 11. 2014, 18 Uhr

in der ZustandsZone

Königstraße 16, 22767 Hamburg 

8. November bis 8. Dezember 2014

www.zustandszone.de

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Short cuts XXXV

Gestern tagte die Sonne wieder, obwohl die Prognose Regen und wenig Licht erwarten ließ. Eine geschenkte Helligkeit stattdessen, in der die Herbstfärbung der Blätter leuchtende Flecken im schwächer werdenden Grün bildeten. Und der viele Schatten, in dem die kühle Luft ruhte: herrlich. Leicht fröstelnd ging ich durch einen blauen Tag, an dem mir alles zuzuwinken schien, und ich konnte leichten Herzens ein stummes „Bis bald!“ zurücksenden. Die Dämmerung setzte früh ein und brachte das vorhergesagte Bleigrau, aber es konnte mir nichts anhaben.

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