Die Generosität der Dinge VIII

Rotes Land

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Verlorene Unschuld

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Verlorene Unschuld

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Reicher

Reicher!

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Tranches de vie XII

Ergiebiger Schneefall über Nacht, morgens dann weiß-blaue Herrlichkeit – ein Strahletag mit klarer Luft beginnt. – Mein Streifzug lässt mich zunächst auf eine Anzeige an einer Ampel treffen: „Wollen Sie Arschteller mit Hauptrolle in einem Dramateurfilm werden?“ Eher nicht, eine Nebenrolle im eigenen Leben wäre mir lieber. – Zur Selbstunterhaltung begebe ich mich auf die KaLauer: Wortmüllerin, Butterbergwerk, Belzebübeln, Gottseidanken … Dieses närrische Sentänzeln fällt mir beim Gehen leichter. Es gleicht einer müßigen Gedankenschifffahrt, die keine Folgen haben muss. – Dann wird mein Blick von einer kleinen Bronzeplatte angezogen, auf der Worte und Daten eingraviert sind: „Hier wohnte Ivan Philip Jg. 1875 Flucht 1944 Tot in England.“ Ein Verschwinden, das nicht vergessen werden darf. – Meine Sekundeneinkehr unterbricht der mitgehörte Dialogfetzen zweier Passantinnen: „Was für ein Wetter?“ „Sch …, Winter eben.“ „Ja, aber zu spät.“ – Immer wieder betören mich die jähen Lichtwechsel durch ziehende Wolkenberge, die sich vor die Sonne schieben und dabei bewegte Schatten auf die verschneiten Trottoirs legen. An deren Rändern bilden gefrorene Tüten bizarr geformte Plastiken des Zufalls. – Die Kanäle sind angefroren, auf den treibenden Eisschollen hocken Möwen in Gruppen. Aus der Ferne gleichen sie grau-weißen Federbällen. Plötzlich schießen sie hoch, bilden einen flatternden Schwarm über einer Frau, die sie mit Brotkrümeln füttert. Nur die Starken und Dreisten ergattern etwas, viele gehen leer aus. – Kümmerliche Hügelchen dienen winterfrohen Kindern zum kurzen Glück einer Schlittenfahrt. Formschöne, unberührte Schneehauben ruhen in den Vorgärten. Bleichgelbe, überlebensgroße Schilfgrashalme wiegen sich im leichten Wind. Bisweilen brechen Dachlawinen herunter. In der Sonne glänzen Schneenester in den Hecken, und Eisnasen tropfen an den parkenden Blechkarossen. – Eine schokobraune Beautyqueen stolziert auf viel zu hochhackigen Stiefeln den vereisten Gehweg entlang. Ihre Beine sind eine Sensation, und so folge ich ihr. Nach wenigen Metern fange ich innerlich an zu jubeln über die erzwungene unschöne Gangart, die ihr offensiv zur Schau gestelltes Sexappeal schrittweise ins Lächerliche überführt. – „Hier fährt ein leckeres Gerücht (Gericht)“: Dieser Verleser des Tages, den ich wenig später angesichts des Slogans an einem Menü-Dienstwagen erfahre, belustigt mich derart, dass ich einen überdachten Hauseingang aufsuche, um dort Warteschleifen zu binden und diese flohkleinen Nichtigkeiten schwarz auf weiß in mein Carnet spirale zu notieren. – Kinderlärm schreckt mich auf, und beim Weitergehen sehe ich handschriftlich beschriebene Papierfetzen verstreut im Schnee liegen. Ich nehme sie auf, bleibe stehen und lese die Satzfussel, die vor kurzem von Kinderhirnen ausgebrütet wurden, mit zunehmender Begeisterung: „Totenwache mit Schmuck“, „Er ist der größte und schönste Mann“, inländische Algen“, Sie sind Fischer“, „an ihm hängen Tiere“, „mit Tüchern bedeckt“, „überlassen sie ihn dem Meer“. – Der Heimweg führt mich am „Änderungsdienst bei Maria“ und den „Fernweh-Reisen“ vorbei. Ein Friseur macht mir haarige Angebote, während der Laden daneben mich zur Anti-Aging-Pflege auffordert. Ein paar Schritte weiter möchten geschniegelte Postbanker meine Anlagen testen, und ein Headshop bietet Gruselware an. Übergriffe allerorten. Erholung gibt es beim Schaufenster eines Geigenbauers, wo mich das Bild des Tages erreicht: Einer der Männer kämmt ruhig, meditativ-gelassen und sehr langsam die Haare eines Geigenbogens aus. Keine Appelle oder Forderungen stürzen auf mich ein, nur zurückhaltend präsentiertes Handwerkszeug und geöffnete Instrumentenkörper sind zu sehen. – Bei einem Fußgängerüberweg überfällt mich dann noch eine milde Tat, da ich unverständlicherweise einem Auto mit der Aufschrift „designer in not“ die Vorfahrt gewähre. Die Wirrsäligkeiten beim Alltagstrotteln. – Zuletzt springen mir die Worte „Feuerungstechnik DEUS“ in die Augen, hinterlassen dort ein rotes Glühen, das mich bis zu meinem Wohnhaus begleitet, vor dem ich kurz stehenbleibe, um mein Gesicht vom leichten Gestöber der Weißröckchen kitzeln zu lassen. Dann trete ich ein und den Aufstieg an – Klappe zu. Nächstens mehr.

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Being blue XXVI

Schnee von gestern

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Ephemer

Ephemer

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Féerie III

Féerie III

Féerie III

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Who is afraid of red, yellow and blue?

Being blue XXV

Being blue XXV

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Hey, it’s me you’re talkin‘ to

Hey

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Shining

Shining

Shining

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