Surreale Dinge III

Heute morgen fand ich mich in einem Aquarium wieder. Im trüben Dämmerlicht stiegen winzig-kleine Bläschen von einem Grund aus Muscheln und Kies in die Höhe auf. Ich trieb durch das Wasser, flüchtig huschten unbestimmte Formwesen an mir vorüber, die im gedämpften Licht verschwanden. Es herrschte eine ungeheure Stille, in der nur das leise Blubbern der Bläschen zu vernehmen war. Alle Worte, die aus Mündern vor den Glaswänden ausgesprochen wurden, blieben im Aquarium unerhört. Ich verstand nichts, sah nur lasziv sich öffnende und sich wieder schließende rote Lippen, zu denen kein Kopf, geschweige denn ein Körper sich einfand. Nur einmal tauchten urplötzlich grüne Augen auf, deren Blick ich aber nicht lange standhalten konnte. Es war, als würde ich in eine Schüssel mit funkelnden Kristallen schauen, die jede Fixierung ausschlossen und mich an eine unerreichbare Ferne denken ließ. Ohnehin waren sie schnell wieder den sich bewegenden Lippen gewichen und kehrten nicht zurück. Ich trieb ruhig umher und lernte, die mir aufgezwungene, lautlose Abgeschiedenheit zu genießen. Zuletzt ergab ich mich in mein Los.

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