Linda, du hast es mir gegeben;
wenn du mir’s wieder nimmst
tu es langsam und mach mir’s leicht,
als würde ich sterben im Schlaf
und nicht im Leben. Amen.
(Charles Bukowski)
Linda, du hast es mir gegeben;
wenn du mir’s wieder nimmst
tu es langsam und mach mir’s leicht,
als würde ich sterben im Schlaf
und nicht im Leben. Amen.
(Charles Bukowski)
Die Blätter fallen schon. Wie Federn schaukeln sie im Wind und purzeln ganz langsam und lautlos vor mir auf den Weg. Ich halte inne und lächle sie unwillkürlich an. Warum? Vielleicht weil die Blätter ihre Bahn bis zu einem Ende gegangen sind und nun zu Boden sinken, zu den anderen, wo sie sich einfügen in die Notwendigkeit des Verwesens, das sie zum Humus von etwas Neuem macht. Ist es das, was mich lächeln lässt? Oder das flüchtige Lichtspiel der Herbstsonne auf ihren gescheckten Oberflächen, und ihre spiralförmige Abwärtsbewegung, bei jedem anders, vereint aber in einem widerstandslosen Fallen. Oder weil ich das unabänderliche Trudeln einzelner Blätter unterbreche, indem ich meine geöffneten Hände ausstrecke, sie auffange und für ein Weilchen vergebens versuche, ihre Einmaligkeit wahrzunehmen. Ich setze meine Runde fort. Bei einem roten Bretterzaun, an dem ein Blatt wie von einem Zauberfaden gehalten im Wind tänzelt, bleibe ich stehen, schieße ein Foto und lächle auch dabei.
Ich möchte, dass mich
dein Haar mit Landkarten
neuer Orte bedeckt,
damit überall, wo ich
hinkomme, alles so schön ist
wie dein Haar.
(Richard Brautigan)
Keine Party ist
vollständig
ohne dich.
Alle wissen das.
Die Party beginnt, wenn
du ankommst.
In einem dunklen Vorführraum sitzend, in der Vorfreude auf den heiß ersehnten Film, blendet mich plötzlich ein Lichtstrahl aus einer Taschenlampe. Wenig später fühle ich einen Druck auf meiner Schulter, ich schaue hoch und ein mir unbekannter Mann bittet mich hinaus, einen Anruf entgegenzunehmen. Ich stehe auf und beim Gehen durch die schier endlosen Reihen verliere ich zunehmend mein Leben aus den Augen und dem Sinn. Es ist wie ein langsames Gleiten in ein Vergessen hinein. Als ich die Kabine betrete, bin ich fast ohne jede Erinnerung an mich und meine Person und hoffe mit den letzten Resten meines mir verbliebenen Ichs nur noch, vom Anrufer erneut mit Leben – wie durch eine Nabelschnur – versorgt zu werden. Dies bleibt aus, denn es meldet sich auf mein Bitten niemand am anderen Ende der Leitung. Die Verbindung ist abgebrochen oder hat nie bestanden. Enttäuscht kehre ich zurück und befinde mich inmitten einer anonymen Menge, die ins grauweiße Flimmern auf der Leinwand vertieft ist. Auch sie bleibt ohne Regung und Mitteilung. Alleingelassen stiere ich ins gestaltlose Einerlei, das nicht enden will, und von dem Film ist nichts zu sehen. Wahrscheinlich hat er nie begonnen. Zuletzt glaube ich mich in dem abstrakten Gewirr selbst als ein graues Pünktchen aufzulösen.