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Die hier veröffentlichten Fotos entstehen allesamt beim Spazierengehen. Sie zeigen zufällig in mein Blickfeld geratene und mit der Kamera festgehaltene Motive. Es geht mir bei diesen Augenblicksaufnahmen um eine Zwiesprache mit dem Sichtbaren, in der etwas scheinbar Vertrautes und Alltägliches ins Befremdliche oder Überraschende kippen kann. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, ihre eigene deutende Fantasie tätig werden zu lassen und die Fotos zu kommentieren.Kategorien
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Short cuts XIV
An manchen Tagen möchte ich glauben, dass die Blicke der mir entgegen kommenden Passanten länger und wohlwollender auf mir verweilen. Ob sie wirklich mir gelten, dem Unbekannten in der Masse, bleibt ungewiss. Trotzdem fühle ich mich aufgewertet, so dass sich ein Gefühl für die Imponderabilien des Lebens in mir regt. Und so horte ich in Gedanken Bilder möglicher Begegnungen. Doch was zeigen sie?
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Spiegelung
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Short cuts II
Ein Mann sitzt in der Passage des Einkaufszentrums. Er trägt eine ausgebeulte Sporthose, und sein Oberkörper wird von einem Rollkragenpullover mit einem gehäkelten, buntfarbigen und reich gemusterten Pullunder verhüllt. Seine wenigen Haare stehen wild ab, und aus den Winterstiefeln hängen die Schnürsenkel heraus. Er spielt mit einigen Münzen, indem er sie in dem Innenraum seiner Hände schüttelt und auf seinem linken Handrücken zur Ruhe kommen lässt. Das ganze Procedere wiederholt sich nach wenigen Sekunden immer wieder mit der gleichen anstrengungslosen Intensität. Beim Beschauen der Münzkonstellationen auf seinem Handrücken entfährt ihm ein kichernder Laut, und er blickt verschwörerisch umher. Welchem Orakel er in diesen Momenten beiwohnt, bleibt mir verborgen, nicht aber, dass er meiner ziellosen Aufmerksamkeit einen Ruhepol bietet, während um ihn und mich die nervösen Menschenmassen fluten, deren einziges Ansinnen zu sein scheint, Waren zu erwerben oder zu verbrauchen.
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Short cuts I
Wohin geht der Blick der neben mir wartenden Frau? Er scheint kaum nach außen gerichtet zu sein, eher versonnen-träumerisch nach innen, wobei ihr das Warten zu einer Zuflucht wurde. Ein Mann, der zu uns tritt, stört sie mit der laut gestellten Frage auf, welches Motto ihr neuer Fußabtreter haben soll. „Ermattet!“, haucht sie ihm zu.
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