Short cuts XLII

Es gibt sie noch, jene kurzen Momente, auf die man nicht wartet, die einfach passieren und dann und wann einen kleinen Aufruhr erzeugen, so auch bei dem Herrn, der nach dem Besuch einer Ausstellung sich auf eine Bank setzte, die Sonne genoss und seiner Frau umstandslos gestand, wie er einst als schmaler Jüngling seine erste amouröse Prinzenrolle spielte, die ihm für eine stürmische und bis heute unvergessene Zeit die Zuneigung eines hübschen Mädchens mit roter Prachtmähne einbrachte, woraus die Frau des offenherzigen Herrn schloss, dass sie nicht die erste Wahl darstellte und mit einem kräftigen „Ach so!“ das Weite suchte. Der Herr blieb verdutzt zurück, einmal mehr darüber belehrt, wie leicht sentimentale Geständnisse in den falschen Hals geraten können.

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5 Antworten auf Short cuts XLII

  1. Sofasophia sagt:

    Ich glaube, kein anderer kann so schöne sinnlich-sinnige Bandwurmsätze.

  2. Uwe sagt:

    Danke, Sofasophia, und schön, dass Du mal wieder hier eingekehrt bist.
    Bleib gesund, Uwe

  3. Francis J sagt:

    dire une vérité, se confesser, pourquoi ressentons-nous en certains moments de notre vie la nécessité de nous conformer à ce qui peut paraître un rite ? je n’ai bien sûr pas la réponse, d’ailleurs je n’ai que des questions et je me demande si ces questions ont des réponses.
    et en ce moment, un peu particulier, un peu étrange, comme appartenant à un film de science fiction, je me demande chaque soir lorsque vient le moment de frissonner, de ressentir le besoin de tousser, de me croire fiévreux, je me demande si moi aussi j’ai été visité par l’agent infectieux invisible que les journaux du monde entier ont décidé de rendre visible au détriment de toutes les bonnes nouvelles.
    que les bonnes nouvelles t’accompagnent, Uwe, et que l’inspiration ne te quitte pas !

    • Uwe sagt:

      que les journaux du monde entier ont décidé de rendre visible au détriment de toutes les bonnes nouvelles:
      Da hast Du recht, der Virus infiziert alles und die hiesige Journaille hat dafür auch schon gleich ein passendes Schlagwort gefunden: Infodemie.
      Dagegen versuche ich hier im Blog mit Phantasie und Bildwitz andere Assoziationen beim Betrachter/Leser auszulösen. Möge mich meine Einbildungskraft nicht verlassen 😉
      Danke, dass Du Spazierensehen verfolgst, dieses winzigkleine Schaumkrönchen auf der wildbewegten See des Internets.
      Uwe

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