Manche

mögen’s heiß.
Ich nicht.
Mir sind die moderaten Temperaturen lieber. Nur dann bin ich noch zu etwas fähig.
Hitze erschlägt mich und ich kann nichts mit mir anfangen. Dann verbröselt mir der Tag, und kein Tanz mit Worten will gelingen, was ohnehin selten passiert.
Ich sitze oder liege rum, warte, schaue aus dem Fenster, lese ein paar Gedichte von BUK, diesem verkorksten Genie, grinse und trinke Kaffee, warte, nehme den Zerstäuber und sprühe mir Wasser ins Gesicht, strecke mich auf den Fliesen im Bad aus, japse nach Luft, lege Pflaumen in den Kühlschrank, alles in Slow Motion, denn jede Bewegung bringt mich zum Schwitzen, freue mich auf die Liebste, die auf sich warten lässt, da sie besseres zu tun hat als ihren alimentierten Tunix zu kraulen. Wenn ich Glück habe, falle ich gegen Abend in den Schlaf und träume. Dann lastet keine Hitze mehr auf mir, alles ist angenehm und selbsterklärend. Nach dem Erwachen bleibt eine leichte Erregung zurück, mit der ich auf die Loggia trete, wo ein milder Luftzug sie in die tropische Nacht weht.
Weiter tut sich nicht viel.
Vielleicht tönen fremde Stimmen von den Balkonen, vielleicht scheint der Mond silbrig, vielleicht sehe ich eine Sternschnuppe verglühen, vielleicht ruft mich die Liebste ins Bett, vielleicht kommt mir sogar noch ein notabler Satz unter, aber all das kann meine Bedenken nicht entkräften, mit denen ich das Grauen des Morgens erwarte, das einen weiteren heißen Tag ankündigt.

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