Lockermachen für die Kapitulation. Eine Tabula Raserei

Ich heiße Dich schmerzlich Willkommen zu Deinem Letzten Mahl, bei dem Dir die hausgemachten Schuppen von den Augen fallen werden.
Wahrscheinlich hat Dich der Weltverdruss hierher getrieben, damit Du im Beisein Deiner Scheidensgenossen endgültig verzweifelst.
Gut so, denn der Tag des Großen Nein erwartet Dich, der in einer abschließenden Ermüdung auslaufen wird.
Gebettet auf harten Kissen musst Du Dich vor untrüglichen Spiegeln von Deiner Unkenntlichkeit überzeugen.
Der Lärm darf Dich dabei nicht stören, er ist unvermeidlich und stammt von den Heckenscheren, mit denen die Rostblumen an Deinen Gliedmaßen beschnitten werden.
Währenddessen lächelst Du Deinen eigenen Hirngespenstern zu, denn sie sind die einzigen, von denen Du noch Beistand erwarten darfst.
Alle anderen haben sich durch die Türen des Bruderkusses aus dem Staub gemacht.
Nur eine dickliche Maulhure wird Dich bisweilen nach Deinem Befinden fragen.
Hoffe jedoch nicht auf Linderung, denn dafür ist es zu spät.
Ziehe vielmehr Umstandslose, die Dir nahelegen werden, im Sprühregen zu wandern und Deinen versiegelten Körper zu benetzen.
Doch tretmühlengleich kommen die Schmerzen wieder, und die Obskuren, zu denen man Dir raten wird, lassen Dich ratlos jenseits der Leitplanken des Absurden zurück.
Versuche es nicht mit gebrauchten Schreien, denn uns schreckt nichts.
Alles lassen wir an unseren hochgerüsteten Prinzipien abprallen, und selbst Deine Sympathiereden bleiben von unseren Schlitzohren unerhört.
Im Angesicht des Verschwindens wird Dich nichts retten, kein Aber weist Dir den Weg, jedes Vielleicht ist eine Falle mehr, kein Exit, nirgends.
Alle Namen sind vergessen, auch die Deiner Freunde und Anverwandten, und die Liebe trällert ihre süßholzigen Blablabla-Triolen nur ins Leere.
Vermickere im Tiefdruckgebiet Deiner Verstimmungen, bündle Deine Schwächen, lass Deine Träume platzen und veröde stante pede …

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