Mood de jour XXV oder: Liebesvisitationen in einem Satz

NUR FÜR DICH!

Zum 20.10.2022

Im Radio höre ich in einer fremden Sprache etwas, das von einem Traum handeln könnte, der mir heute Nacht unterlief und von dem ich beim Erwachen nur noch wusste, dass DU mich darin auf dem Gesprengten Turm des Heidelberger Schlosses vernaschtest

Ab und zu geschieht das Unglaubliche und DU zwingst mich, ruhig auf dem Rücken zu liegen und dem Zug der Wolken mit den Augen zu folgen, bis die Zeit nicht mehr flieht

Wenn DU das liest, was hier steht, kannst DU zumindest ahnen, warum in meinen Augen immer dann ein Leuchten zu sehen ist, wenn ich herumschlendere und dabei Adjektive repetiere, die ich mit deinen hervorstechendsten Wesenszügen verbinde, wobei ich darauf achte, dass DU nie etwas davon in Erfahrung bringen kannst, da ich diese lose Sammlung deiner Eigenschaften als meinen Privatbesitz verstehe

Gegen meinen Erfolg bei dir ist kein Kraut gewachsen, niemand versteht, was DU an mir findest, deine Familie ächtet mich, die Freunde tappen im Dunkeln, die Feinde reiben sich die Augen, Gott zerplatzt vor Neid, der Teufel springt im Dreieck, die Welt rächt sich vergeblich an uns, der Tod verliert seinen Stachel, selbst die Natur wird zur grünen Bühne, auf der wir unsere Schäferstündchen inszenieren, allem und allen zum Trotz, im Lichte eines unverwüstlichen Einverständnisses, von dem wir selbst nichts zu sagen wüssten

Heute streiche ich meinen Namen aus und nenne mich stattdessen Tunix, lausche den Vögeln, schaue in den Himmel, genieße das Licht, die Wärme, höre Stimmen, schnappe Worte auf, tauche in Bildern unter, und lese über die Unvermeidbarkeit von Tretmühlen, eine Lektüre, die mir einmal mehr vor Augen führt, was DU mir ersparst

Ich weiß nicht, wo ich mich befinde, ein letztes bisschen Licht versammelt nur vage Schatten um meinen Körper, aber der feine Widerschein auf deinem Gesicht gibt mir Halt, und als DU dich lautlos in die Dunkelheit entfernst, bleibe ich ruhig und denke an die vergangenen Tage, an denen DU mir geduldig deine weiträumige Nähe schenktest, die mich mit den besten aller möglichen Seiten meiner selbst bekannt machte

Ich habe den Tisch gedeckt, Kerzen angezündet und deinen Lieblingswein geöffnet, die Antipasti liegen bereit, um von uns verspeist zu werden, aber noch ist es nicht soweit, noch bist DU unterwegs, während hier alles von gespannter Erwartung kündet, deine Ankunft steht bevor und ich habe mich zum Warten an das Fenster gestellt, ich beruhige meine Nerven mit etwas Wein, verscheuche jede Ungewissheit aus meinen Gedanken, bewegungslos und wachsam stehe ich da, schaue auf die dunkle mitternächtliche Straße hinunter, alles ist für deinen Empfang vorbereitet, und plötzlich bist DU da, erschöpft und müde, schwankend setzt Du dich und willst, ohne noch etwas zu essen oder zu trinken, nur ins Bett, wir ziehen uns langsam aus, dann überlassen wir mit tastenden Händen unserer sanften Schläfrigkeit die Regie, und sobald ich unter den dschungelgrünen Laken dahindämmere, breitest DU dich in mir aus, und ein Glück stellt sich ein, das zwischen zwei Buchdeckeln nicht zu finden ist

*

Manchmal tanzen mir die Worte auf der Nase herum und ich binde dir einen Bären auf, mit dem DU die Biege machen kannst

*

Mit allem, was ich über uns zu schreiben versuche, wächst Du mir mehr ans Herz

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Sehnotrettung

Gerade mehr denn je nötig!

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Auf Katzen schauen hilft

gegen Melancholie.

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Besucher

am Morgen

Neuerdings habe ich einen Vogel. Er  logiert auf unserer Loggia. Kurz sitzt er auf der Brüstung und schaut sich nervös um. Dann fliegt er auf die grinsende Bacchus-Maske, die an der Wand hängt, und pickt auf den irdenen Trauben herum. Das hohle Klacken taktet die halbe Minute, in der er mich besucht. Bei der geringsten Bewegung seines Beobachters flieht er über den grünen Zwiebelturm der neobarocken Kirche hinweg in den Himmel, verschwindet als grauschwarz flatternder Punkt aus meiner Sicht, und ich beginne ihn zu vermissen, hier und jetzt, vor dem Schirm des Rechners sitzend und von großen Zeilen träumend. Heraus kommen jedoch nur solche, die davon handeln, wie es ist, am Rechner zu sitzen, aus dem Fenster zu schauen und das aufzuschreiben, was die Augen einem bieten, während der Kopf kaum damit klar kommt, wie die Zeit vergeht.

 

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fall nicht aus dem fenster

denn es möchte dir sehr schaden

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POV

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Chap

Zwei Tote lagen schwarz im Januar Brasiliens.

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Die letzte Reserve

HfBK Hamburg

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Ohne Titel VII

Bachstraße Ecke Mozartstraße

One should not only photograph things for what they are but for what else they are.

 

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Ohne Titel VI


One should not only photograph things for what they are but for what else they are.

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