Mood de jour XXIII

Mitten an einem Graumutstag befällt mich das Begehren. Ich gehe ins Bett und sehe, wie in deinem Gesicht die Lust debütiert. Ungeheuer langsam steuere ich in die Meerenge, wo wir auf Gnade und Ungnade dem Verlangen preisgegeben sind. Das Vordringen nimmt seinen Lauf, weit weg von jeglichem Schmerz, für den es ohnehin keine passenden Worte gibt. DU schickst meinen Mund ins Land des vertikalen Lächelns, ein leichtes Beben zittert in uns, dann folgt ein tiefes Absinken in unterseeische Stille, und zuletzt kringelt sich ein wieder landschweres Glied in die Decken, unter denen DU schon reichlich Schlaf genießt. Mich dagegen befördert ein stechender Schmerz auf die Beine, direkt in die Verlockungen der Straßen, denen ich wie ein stiller Verehrer nur folgen will. Vielleicht komme ich ja bei meiner Runde an der Bank am Kanal vorbei, auf der ich so gern sitze. Alle Malaisen würden sich zu meinen Füßen einrollen, damit ich sie mit den Schuhen hin und her bewegen könnte, bis sie die richtige Stellung und Form hätten, um sie mit einem kräftigen Schuss ins Abseits zu kicken. Dort wechselten sie ihre Farbe, und nichts würde mehr daran erinnern, dass sie ein unverkennbarer Teil von mir waren. So hätte ich die nötige Ruhe gefunden, um am Abend die Daumen zu drücken, damit die Träume mich nicht fallen lassen. Zudem müsste ich ein Lied summen und mich zu dir in die mit Glückssträhnen bestickte Decke kuscheln, unter der sich unsere Finger finden würden. Anschließend kämen die Grünverschlossenen Botschaften, die DU für mich enträtseln dürftest. Ja, so könnte dieser Tag enden -, aber noch ist es nicht soweit, noch bin ich unterwegs, während DU in den Zeilen dieses Sexposés wartest.

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Sofasoph

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Video

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Augenbalken

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Tranches de vie XXVIII oder: Mangelnde Durchsicht

Zum Kuckuck nochmal,

im heiklen Einklang mit dem Vergänglichen sucht er des Tages Auge, diese kleine Blume, die ihn mit ihrem kreisrunden, schwarzen Zentrum anschaut, wenn der Sonnenschein sie weckt, doch nichts rührt sich, das Grau dominiert die Straßen, in die zu fliehen ihm geraten wurde, an einem Morgen, als ein Satz erschien und ihn belehrte: Im Zwielicht der vier Wände mehren sich die Marotten,

zum Kuckuck nochmal,

wenn das Album der vergilbten Fotos ihm in die Augen fällt, dann lauert die Trauer, und er sehnt sich nach einem Freund, der ihn sich zur Brust nimmt und ihm hilft, die Ebenen seines inneren Südens aufzuforsten,

zum Kuckuck nochmal,

es steht auf einem anderen Blatt, dass er so tut, als bräuchte er Dinge, Begegnungen, Ereignisse, um darüber Geschichten zu erfinden, die ihm das Gefühl geben, ein Zuhause zusammenzureimen, nein, eher geht es ihm darum, eines zu verlieren und ein Anderswo aufzupflanzen, um von Zeit zu Zeit auf Zeit dahin zu emigrieren,

zum Kuckuck nochmal,

nachts durchstreift er träumend die unerschlossene Hinterwelt seiner Wünsche, und das ist besser, als wach zu bleiben, denn jede Stunde, die er wach liegt, bedeutet eine Stunde versäumter Schlaf, und im Schlaf weilt er in anderen Bezügen und betrachtet unter seinen Lidern die Bilder eines möglichen Lebens,

zum Kuckuck nochmal,

im Gleichmaß der verrinnenden Stunden ist ihm bei Tag nur ein Dahinsumpern im Blues möglich, wie ein kontaktloser Loner strollt er herum, empfänglich allein fürs Vergehen sieht er nur den Abbruch allerorten, und einzig der sanfte Nachdruck des Sonnenlichts lässt ihn, obzwar unfasslich langsam, morgens das Bett hinter sich bringen und das Laufen annehmen, bis auch dieser Faden reißt und er sich wie ein flacher Kieselstein fühlt, der auf der Oberfläche des Alltagsmeers hüpft, bis er schließlich einsinkt und untergeht,

zum Kuckuck nochmal,

nur manchmal erklingt Musik und treibt ihn in eine Entgrenzung, die ihm buchstäblich den Boden unter den Füßen wegzieht, und auch die Worte, die im Kopf schwirren, schreiben nichts fest, sondern werden vom Rhythmus erfasst und formen Sätze, die sich wie Girlanden um seinen Körper wickeln, alles ist kreisende Bewegung, und er mittendrin im Strudel, ganz und gar froh, für Minuten von der Welt erlöst zu sein,

zum Kuckuck nochmal,

noch ist die Klammer offen und alle seine Gedanken liegen zerstreut umher, mit entzündeten Augen muss er sie zusammenlesen, um nicht ganz zu zerstieben, gelingt dies nicht, wäre alles aus, niemand hätte die Macht, ihn wieder zu kitten, die Teile flögen im Raum umher, selbst der Schlaf oder die Musik böten keine Zuflucht mehr,

zum Kuckuck nochmal,

ohnehin geht es schon lange bei ihm nur noch ums Überstehn, und wenn er sagen sollte, wie es wirklich um ihn steht, müsste er schweigen und sich zum Kuckuck scheren

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Antun und Erleiden

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Heiliggeist

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Peeping U

Hommage à Mantegna

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Frozen Blue

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Gehen allein unter Menschen

Es gibt Tage, da hilft nur das Laufen mitten hinein

In den Menschenstrom, der die Straßen füllt bis zum Rand.

*

… und schon bin ich draußen,

ein Passant, der langsam geht,

ein Mensch der schaut,

in den Himmel,

in die Gesichter,

auf den Boden,

in sich hinein,

wo noch die letzten Traumbilder flimmern,

ich bin jemand, der an nichts denkt,

der nichts plant,

der sich treiben lässt,

fast so als wäre er verschwunden,

ein Mensch in der Masse, untergetaucht,

ein Spion,

der niemanden kennt und der von niemandem erkannt wird,

ich sehe mich als etwas Fremdes an,

vergesse den Anblick und behalte den Blick,

ein Mensch out of context,

ein Unbefugter, 

den es in diesen Momenten gar nicht gibt,

ein Nobody,

der nicht liebt und auch nicht geliebt wird,

der mitten unter den anderen allein bleibt,

den ständigen Eingebungen seines Innern ausgesetzt,

die er registriert und wieder vergisst,

und der gleichmäßige Rhythmus der Schritte

versetzt mich in eine leichte Erregung,

beinahe so, als würde mich das Chaos des Unerkannten und Unerkennbaren,

dem ich ausgesetzt bin, berauschen,

keiner weiß, woher ich komme,

keiner weiß, wohin ich gehe,

aber ich gehe, soweit die Füße mich tragen,

sehe Bilder mit dem Herzen,

höre Töne mit den Augen,

schmecke Stimmen

und rieche Farben,

versuche mehr zu ahnen als zu wissen

sammle Sätze und Slogans,

Ansichten und Gesichter,

Images qui passent …

*

Die Lösung hieß Laufen, Laufen. Vom Hirn, vom Genick

Ging es aus durch die Stadt in konzentrischen Ringen.

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