Short cuts XLI

Sie sind angetreten, nicht nur mich zu malträtieren, aber meinesgleichen, so bilde ich es mir jedenfalls ein, haben sie besonders im Visier. Täglich mehr und unverschämter machen sie, was sie nicht lassen können oder dürfen. Mir rauben sie die Ruhe, und mit ihr die Muße, mich zurückzuziehen und konzentrieren zu können. Nichts geht, wenn sie ihre Geräte bedienen und in den umliegenden Gärten für eine stumpfe Ordnung sorgen. Ihr Lärm hält mich ab, lässt ein Schreiben in gemessenem Rhythmus nicht zu. Auch das Lesen wird unmöglich, wenn die Maschinen dröhnen und röhren. Immer wieder falle ich vom Inhalt der Zeilen ab in eine ohnmächtige Wut und vergesse darüber, was ich gelesen habe. Nichts bleibt zurück, und nichts Neues entsteht unter meinen Fingern. Es sind Terroristen, die ihre Umwelt mit einem betäubenden Lärm in den Wahnsinn treiben. Sie machen ihre Arbeit, gut, aber damit halten sie andere wie mich davon ab, die ihrige zu leisten, zumindest vernichten sie die Voraussetzungen, damit Worte sich zu Sätzen formen, die einen Sinn oder Klang ergeben. Es müsste eine vollumfängliche Überwachung dieser Grünarbeiterkolonnen durchgeführt werden. Irgendwann würde der eigentliche Daseinszweck dieser unerträglichen Spezies zutage treten: die akustische Folterung des Menschen.

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