Intermezzo V

Er ging so vor sich hin und schaute nach oben, dabei hoffte er auf einen verlässlich blauen Himmel und dachte noch, dass es schön wäre, wenn in ihm kleinere Haufenwolken treiben würden und ein milder Wind ihren Zug vorantreibe, er schaute also voller Zuversicht und im Vollbesitz seines Sehsinns nach oben … und erschrak: Das Bild des Himmels, das sich ihm zeigte, war unscharf, wie von einem Schleier verhüllt. Zunächst glaubte er, es läge an seinen Augen, rieb sie ein wenig und blickte wieder nach oben. Aber nein, die Unschärfe blieb. Es war, als ob ein feinmaschiges Netz gespannt worden war, das nun den Himmel bedeckte. Aber warum? Was sollte diese Vermummung? Schützte die Gaze ihn oder den Himmel? Und vor was eigentlich? Er trottete mit diesen unbeantworteten Fragen umher, bis eine Stimme in ihm tönte: Gott ist ein Maskenbildner. Sogleich wurde er von seinem eigenen Lachen geweckt. Ein Fremdeln blieb zurück. 

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